03.12.08, 18:26:00

Straßeninterview 03 mit Rosemarie Schreiber


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Jugendliche erforschen Geschichte
Auf den Spuren des Malers Heinrich Zille
dat büffeln satt - Milljöhstudien zu Armut und Jugend in der Weimarer Republik

Im Rahmen des Jugendprogramms "Zeitensprünge" erkundeten zwölf SchülerInnen der Weiterführenden Evangelischen Schule Berlin Zentrum von März bis November 2008 welche „Spuren“ der Maler Heinrich Zille in Berlin-Mitte im Bewusstsein und Erscheinungsbild des Kiezes hinterlassen hat.

Für unsere Recherchen führten wir Straßeninterviews im Nikolaiviertel, Am Krögel und im Scheunenviertel durch. Die meißten von uns befragten Passanten konnten nichts mit dem Namen Heinrich Zille anfangen, häufig dachten sie sich etwas aus, wie z.B. Zille sei Arzt gewesen.

Ziel des Projektes mit dem Titel „Dat büffeln satt“ war es, Jugendliche für Geschichte zu interessieren und ihnen Möglichkeiten zu bieten, in der praktischen Projektarbeit den kritischen Umgang mit überlieferter Geschichte kennen zu lernen.

Die jugendlichen Geschichtsforscher verglichen prekäre Lebenssituationen in der Weimarer Republik mit der heutigen Lebenswirklichkeit, auf Grundlage kunsthistorischer Dokumente, selbst fotografierter Stadtansichten und Straßeninterviews. Sie befragten Kiezbewohner, recherchierten im Internet, analysierten Bilder und besuchten Museen, um sich eine eigene Meinung von den Zeit- und Lebens-umständen Berlin zwischen den Weltkriegen bilden zu können.

Zille - Angehöriger, Kenner und genialer Zeichner des Berliner Arbeitermilieus in der Weimarer Zeit – spiegelt besonders die sozialen Zustände in seinen Texten, Zeichnungen und Fotographien wieder.

Anhand seiner Milljöh-Studien und ihrer eigenen Fotoexkursionen ins Scheunenviertel und in das ehemalige Armenviertel „Krögel“ gegenüber der Fischerinsel konnten die Jugendlichen viele Parallelen zu ihrer eigenen Lebensrealität herstellen. Dabei entstanden Lernplakate, Fotoreportagen, Streetart-Collagen und Graffitis, die im Rahmen von Ausstellungen der Öffentlichkeit gezeigt wurden.

Ihre Erkenntnisse präsentierten die Jugendlichen gemeinsam mit über 50 anderen Gruppen abschließend auf dem Jugendgeschichtstag des Landesjugendring Berlin, der auch die Beratung und Begleitung des Projekts übernahm.

Weitere Präsentationen fanden am "Tag der offenen Tür" der WESB, im KREATIVHAUS und auf dem 8. Berliner-JugendForum im Berliner Abgeordnetenhaus statt.

Wer genauer wissen will wie wir vorgegangen sind, findet in unserem Weblog weitere Informationen:
http://kreativprojekte.blog.de

Träger des Projekts war der KREATIVHAUS e.V. Geleitet wurde das Projekt von Frank Schikore (freischaffender Theater- und Medienpädagoge). Ermöglicht wurde das Projekt durch das Förderprogramm „Zeitensprünge“ der Stiftung Demokratische Jugend.

Kreativhaus
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